Aktuelle Wocheninformation

Hier finden Sie den projektbezogenen Bericht zu unserer aktuellen Arbeit.
Hinweise zu nicht erklärten Fachausdrücken finden Sie in unserem Orgelbaulexikon (pdf).


Zum letzten mal geändert am
31.05.2021


Meist am Wochenende erhalten Sie hier neueste Bilder und Informationen über unsere laufenden Projekte. Vielleicht arbeiten wir ja an einem Projekt in Ihrer Nähe, dann besuchen Sie uns doch einmal. Dieses Besuchsangebot versteht sich natürlich auch für unsere Kollegen. Wir haben keine Geheimnisse und fördern den Dialog, um als Ergebnis gute Orgeln zu erhalten.

Corona hat uns fest im Griff. Daher sind besondere Maßnahmen nötig. Sollten Sie einen Besuch in der Kirche oder in unserer Werkstatt wünschen, dann bitten wir um das Mitbringen einer FFP2-Maske und um vorherige Anmeldung. Unsere Mitarbeiter testen sich wöchentlich freiwillig auf das Virus. Entsprechend wünschen auch wir uns, im Rahmen des Infektionsschutzes, dass Personen, die Kontakt zu den Orgelbauern aufnehmen, mindestens einmal wöchentlich den Selbsttest durchführen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.




St. Sebastian Ottenbach



Umbau der Orgel mit Umdisponierung und Neuintonation




Orgel in St. Sebastian Ottenbach




Hauptwerk:


Principal 8'

Salicional 8'

Octave 4'

Superoctave 2'

Mixtur 4-f. 1 1/3'



Positivwerk:


Hornprincipal 8'

Rohrflöte 8'

Traverse 4'

Piccolo 2'

Sesquialter 2-f. 2 2/3'+ 1 3/5'

Tremulant



Pedalwerk:


Subbass 16'

Octavbass 8'



Koppeln:


I-Pedal, II-Pedal, II-I, II-I Sub, I-I Sub




Woche 21



Die letzte Arbeitswoche ist angebrochen. Im Positivwerk mussten noch die gedeckten Pfeifen zugelötet werden. Künftig stimmt man diese an ihren Bleibärten.




Abschließend wurde das ganze Werk nochmals ausgesaugt und nach der Feinregulierung einmal komplett gestimmt.




Für die Orgelbauer aus Bünzwangen sind die Arbeiten in Ottenbach nun beendet. Nachdem die Empore geräumt wurde, haben sich die Beteiligten noch von der Orgel verabschiedet.




An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei der Kirchengemeinde von St. Sebastian in Ottenbach bedanken. Besonderen Dank an Herrn Pfarrer Wrobel und Herrn Kirchengemeinderat Hocke sowie an die Organistenbrüder Dangelmayr für ihre Begleitung der Arbeiten. Nicht zuletzt ein herzliches Dankeschön an die Mesnerin, Frau Eisele für ihre immerwährende Bereitschaft und die gute kulinarische Versorgung!





Woche 20



An den Holzpfeifen des Salicional gab es einiges zu ergänzen. Die Expressionen wurden wieder hergestellt und an manchen Stimmschiebern gab es Fehlstellen.




Bis zum Wochenende war das Hauptwerk vollständig intoniert. Ganz am Stimmgang steht die Mixtur.




Weniger ist manchmal mehr. Das kann man hier hören. Die Mixtur wurde um zwei Chöre reduziert. Dennoch hat sie nun mehr Kombinationsmöglichkeiten und mehr Strahlkraft.




Auch im Positivwerk ging es voran. Die beiden 8'-Register Hornprincipal und Rohrflöte sind intoniert. Die Traversflöte 4' ist neu. Sie kommt als nächstes an die Reihe. Hier steht sie schon an Ort und Stelle. Man sieht, das Werk ist bald vollends wieder mit Pfeifen gefüllt. Für die Orgelbauer bedeutet das, dass das Ende der Arbeiten in Ottenbach näher kommt.





Woche 19



Das Salicional 8' wurde intoniert. Im Anschluss auch Octave 4' und die Superoctave 2'. So langsam füllt sich die Windlade wieder.




In der Werkstatt wurden die Umbaumaßnahmen für die geänderte Disposition durchgeführt. Teilweise mussten ganze Teile der Windstöcke neu gemacht werden. Hierbei wurden die Pfeifen mit dem Rechner ausgelegt, also 1:1 gezeichnet und verteilt. Somit wird gewährleistet, dass jede Pfeife ihren Platz zur Aussprache hat. Genauso kann man bei dieser Arbeit die Abstände für die Stimmvorrichtungen steuern.




Der Subbass 16', der tiefe Brummer im Pedalwerk, wurde für den höheren Winddruck aufgeschnitten.




Ein paar Pfeifen haben zu wenig Platz zur Aussprache. Mit einem Stiefel, das ist in diesem Fall ein gedrechselter Holzkanal, wird die Pfeife angehoben, um damit der Nachbarpfeife Platz zu geben. Auf dem nächsten Bild sieht man ...




... die entsprechende Situation in der Orgel.




Der komplette Subbass steht wieder auf der Pedalwindlade.





Woche 17+18



Der Principal 8' steht wieder im Gehäuse und wurde intoniert. Die Klanggestalt der Orgel lässt sich damit schon erahnen. Hier liegt bereits das nächste Register auf der Arbeitsplatte: Das Salicional 8'




In der Mixtur spielen pro Ton vier Pfeifen auf einmal. Diese sind aufgeteilt in Chöre verschiedener Tonhöhe. Etliche kleine Pfeifen sind hier verbaut. Bis weit in den Diskant hineine besitzen die Pfeifen Stimmrollen. Das ist für die Stimmhaltung nicht gut und ein lästiges Hindernis beim Stimmen der Pfeifen. Also ...




... werden ganz viele Pfeifen zugelötet und auf Ton geschnitten. Damit können sie für die Stimmung gekulpt werden.




Auf der heimischen Intonierlade steht das Register Superoctave 2'.




Holzpfeifen des Salicional 8'. Sie wurden in der Werkstatt gereinigt und mit Warmleim ausgegossen. Diese Aktion war nötig, weil die Wandungen von Holzschädlingen zerfressen sind.




Inzwischen wurde auch das II. Manualwerk ausgeräumt, ebenso das Pedalwerk. Anschließend wurden die Windladen, wie im Hauptwerk zuvor praktiziert, überholt.



An den Pfeifen aus Zinkblech sind die Stimmrollen aus Blei gefertigt. Diese verursachen oft Klirrgeräusche und Scheppern. Um dies künftig zu verhindern, werden die Stimmvorrichtungen mit einer Filzschicht neu aufgerollt. Der Klebestreifen ist noch provisorisch, damit die Pfeife für die Intonation dicht genug ist. Hier wird, bei Bedarf, der Stimmschlitz später noch zugelötet.




Das neue Register Traversflöte 4' ist vorintoniert und steht in der Werkstatt. Hier muss es in die neuen Raster eingepasst werden.




Hier mussten ein paar Bohrungen versetzt werden: Der Stock für Rohrgedeckt 8'. Zuvor hat hier ein Gedeckt 8' gestanden.





Woche 16



Die Säuberungsaktion geht weiter. Hier die aufwändig zu reinigenden Winkelbalken. Links im Bild sauber, rechts noch dreckig.




Alle vertikalen Trakturen wurden mittels Holzabstrakten neu hergestellt. Daher gibt es künftig weniger Ausdehnung bei Temperaturunterschieden und das von den Metalldrähten ausgehende "Klingeln" verschwindet.




Nachdem die Technik im Unterbau so gut wie fertig ist, geht es ins Oberstübchen der Orgel. Hier wurden die Pfeifen ausgebaut und alles musste erstmal einer Reinigung unterzogen werden.




Die Windstöcke der Hauptwerkslade wurden demontiert und alle Schleifenbohrunge zur Dichtigkeitsprüfung der Windlade abgeklebt.




Von diesem Bauteil hat die Windladenart ihren Namen. Dies ist eine Schleife, daher "Schleiflade". Diese Schleife funktioniert im Prinzip wie eine Lochkarte: Löcher verschoben: Register (Klangfarbe) aus- Löcher decken sich: Register ist angeschaltet.




Auf den Unterseiten der Windstöcke sieht man die identischen Bohrungsmuster (Windlade-Schleife-Stöcke). Die hier aufgebrachten Dichtungshülsen haben ihrem Namen keine Ehre mehr gemacht. Einige waren verklemmt und haben deshalb Wind verschleichen lassen. Dadurch sind Verstimmungen und Blasgeräusche entstanden. Dem wurde nun abgeholfen.




Die Prospektpfeifen wurden ausgebaut und gereinigt. Nun müssen noch die deformierten Mündungen und Stimmvorrichtungen saniert werden. Anschließend können die Pfeifen wieder eingebaut werden.

Die Pfeifen von der Hauptwerkswindlade wurden in den Anhänger verpackt und wurden zur Sanierung in die Werkstatt transportiert.





Woche 15



Im Orgelinnern wird die Empfängerstation verdrahtet. An dieser Stelle landen die Informationen, welche vom Spieltisch kommen. Ab hier werden die Arbeitsmagnete mit ihren Steuerleitungen verbunden und mit Strom versorgt.




Im Boden der Orgel wurde die Tontraktur saniert und gesäubert. ...




... sämtliche Trakturrechen wurden inspiziert und gangbar gemacht, damit die Mechanik so leicht wie möglich läuft.




An der Stelle, wo der Spieltisch stehen wird, wurde eine Trennung eingeplant. Diese ermöglichte den Orgelbauern, den Spieltisch abzuheben und die Schnittstelle mit den Mechaniken in der Orgel zu verbinden.




Später wurde der Spieltisch dann auf die Trennstelle gehoben und auch hier verbunden.




Nun steht er fix an Ort und Stelle.





Woche 14



Zur Erinnerung: Der alte Spieltisch vor dem Abbau von vorne und von ....




... hinten gesehen.




Ausgebaut schwebt er schon 5,5 Meter über dem Fußboden auf dem Weg nach unten.




Zurück bleiben der Trakturschacht und ein großes Loch. Eigentlich ein trostloser Anblick. Doch dieser währt zum Glück nicht lange, denn der neue Spieltisch ist bereits auf dem Weg nach oben auf die Empore. Mit dem Hebegerät schwebt das wertvolle Bauteil in die Höhe.




Alles gut gegangen. In die Öffnung passt er auch noch. -Ein Umstand, der Orgelbaumeister Gilbert Scharfe ersteinmal durchatmen lässt. Inzwischen sind die Elektriker in die Kirche gekommen. Sie müssen die Starkstromverdrahtung der Orgel vornehmen. Bis zum Wochenende ist der Motor wieder angeklemmt, die Organistenheizung und Noten- und Pedalbeleuchtung sowie der Gleichrichter funktionieren wieder. Also ist der Weg frei, den Spieltisch wieder anzuschließen und der Orgel ihr zweites Leben einzuhauchen.




Die Mechaniken werden wieder verbunden. Das ist aufgrund der schrägen Trakturverläufe sehr zeitraubend und kompliziert. Parallel dazu werden die Schleifenzugmagnete eingebaut und verdrahtet (Bild).





Woche 13



Die Spieltischauskleidungen sind fertig. Alle Schalter sind eingelassen und angeschlossen.




Links ist das Bedienfeld für den Setzter angeordnet.




Rechts ist ein Rollo angebracht. Dahinter verstecken sich später das Telefon zur Sakristei und die Liedanzeige. Eine Ablage lässt noch Platz für Unterlagen und vorbereitete Noten.




Im Innern des Spieltisches wurden alle Elemente verdrahtet.





Woche 12



Das Spieltischgehäuse ist fertig. Nun fehlen nur noch die Auskleidungen seitlich der Klaviaturen.




Ansicht von hinten.




Im Innern wurde die Traktur fertig gestellt.




Auch das Notenpult wurde bereits verleimt.




Die Registerdrücker wurden hergestellt und graviert.





Woche 11



Die Klaviaturbacken aus Nußbaum erhalten etliche Bohrungen, Fälze und Aussparungen. Eine Machart, die sich bei Orgelbau Scharfe durch die ganze Orgel zieht: Verbindungen werden, wo immer möglich, formschlüssig hergestellt.




Nachdem die Rahmen und Backen vereint waren und alles miteinander verbunden ist, geht es ans Verputzen und die Oberflächenbehandlung.




Hier ist alles schon einmal zusammengebaut. Die Klaviaturen sind "fallend gemacht" und eingerichtet. Der Sequenzerschalter, er geht über die gesamte Klaviaturbreite, ist auch schon eingebaut.




Die Sendestation für die SPS-Steuerung wurde eingebaut und die ersten Elemente, wie Klaviaturen und Koppelmagnete wurden verdrahtet. Auf dem Beistoß sieht man schon, wie die beiden Pistons für "Sequenzer vorwärts" und "Sequenzer rückwärts" angeordnet werden.




Das Spieltischgehäuse ist auch fast fertig. Die letzten Rahmen wurden verleimt. Hier sieht man die Rückwandfüllung. Gut zu erkennen, wie Andreas Jung die Maserungen der einzelnen Bretter sortiert hat. So gibt es ein hübsches Bild.





Woche 10



Die Tastenbeläge aus Rinderbein sind aufgeleimt und wurden nach etlichen Schleifdurchgängen endlich poliert (siehe tiefe Oktave im Bild ganz oben).




Und fertig sind die Klaviaturen!




Wer Gilbert Scharfe persönlich kennt, wird sich verwundert die Augen reiben: Ebenholzbeläge auf den Obertasten! Tatsächlich liegt es uns fern, Hölzer aus Raubbau zu verarbeiten. Ebenholz gehört aus Sicht von Firmenchef Gilbert Scharfe dazu. Doch hier liegt der Fall anders: Dieses Ebenholz war einst als Tastenbeläge einer alten Pedalklaviatur im Einsatz. Gilbert Scharfe hat die abgängigen Tasten zersägt und dabei das wertvolle Ebenholz aufbewahrt. Nun ist eine Gelegenheit gekommen, dieses Material wieder einzusetzen. -Auf Neudeutsch würde man vielleicht den Begriff "Upsycling" dafür benützen. Auf diese Weise erhält das Material ein zweites Leben und damit die gebührende Wertschätzung.




Dieses Eichenholz ist natürlich wieder aus unseren heimischen Mischwäldern. Es ist für das Spieltischgehäuse vorbereitet. Die Zapfen und Schlitze sind schon angebracht. Bald geht es an den Zusammenbau der Rahmenteile. ...




... Für die Füllungen wurden dünnere Bretter verleimt.





Woche 9



Die Koppeltraktur soll als nächstes eingebaut werden. Dazu muss man die Pedalklaviatur an ihrem Platz fixieren.




So sieht das noch ohne Beistoß aus. Die Pedalklaviatur, genauso wie die Sitzbank, sind in unserer Werkstatt hergestellt worden.




Die Klaviaturen nehmen Formen an. Demnächst kommen die Tastenbeläge auf die Tastenkörper.





Wochen 4-8



Allerlei Dinge müssen jetzt in der Werkstatt vorbereitet werden. Da geht es in allen Sparten hin und her. Hier sieht man die neuen Tonmagnete, die für die elektrischen Koppeln eingebaut werden müssen.




Aber auch etliche Kleinteile werden hergestellt. Hier sieht man einen Teil der Abstraktenkappen, die für die Erneuerung  der Tontraktur nötig sind.




Das Koppelwellenbrett wird ...




... mit allen Kleinteilen ...




... in unserer Werkstatt hergestellt.




Das ist der tragende Traversrahmen. Er hält später die Spieltischseiten und das Chassis zusammen.




Der Koppelaufbau, das Chassis, wird zusammengebaut.




Neue Klaviaturen werden gebraucht. Hier sind die bereits fertigen Klaviaturrahmen.