Aktuelle Wocheninformation

Hier finden Sie den projektbezogenen Bericht zu unserer aktuellen Arbeit.
Hinweise zu nicht erklärten Fachausdrücken finden Sie in unserem Orgelbaulexikon.


Zum letzten mal geändert am
07.05.2018


Meist am Wochenende erhalten Sie hier neueste Bilder und Informationen über unsere laufenden Projekte. Vielleicht arbeiten wir ja an einem Projekt in Ihrer Nähe, dann besuchen Sie uns doch einmal. Dieses Besuchsangebot versteht sich natürlich auch für unsere Kollegen. Wir haben keine Geheimnisse und fördern den Dialog, um als Ergebnis gute Orgeln zu erhalten. Hinweise zu nicht erklärten Fachausdrücken finden Sie in unserem Orgelbaulexikon.




Evangelische Laurentiuskirche in Berghülen




Orgelprospekt Joh. Matth. Schmahl-Orgel



Restaurierung der Johan Matheuß Schmahl-Orgel (Bj. 1784) in Berghülen



Woche 17



Die Orgel in Berghülen ist fertiggestellt. Am 27.04.2018 war dann die feierliche Abnahme, bei der der zuständige Orgelsachverständige, Herr KMD Gerhard Klumpp aus Geislingen, ein kurzes Konzert gespielt hat. Anschließend wurden alle Arbeiten im Beisein von Herrn Pfarrer Johannes Koch, Frau Organistin Kröner, der Kirchengemeinderätin, Frau Öttinger und den beiden Orgelbauern Andreas Jung und Gilbert Scharfe noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Gilbert Scharfe zeigte eine kleine Diaschau, bei der man sich nochmals um den Tiefgang der Arbeiten informieren konnte. Für die Orgelbauer heisst es nun Abschied nehmen von der Alb und vom schönen Schmahl-Örgele.


Nun kommt aber auch die Zeit sich zu bedanken. Bei Herrn Pfarrer Koch und seinem gesamten Kirchengemeinderat, die uns die Arbeiten an ihrer wertvollen Orgel zuge- und anvertraut haben. Dem Organisten/Mesnerehepaar Kröner für die herzliche Begleitung und Unterstützung während des langen Aufenthaltes der Orgelbauer in der Kirche. Ganz herzlich sei auch den Gemeindegliedern gedankt, die sich in Archive begeben haben, Forschungsarbeiten angestellt, alte Bilder hervorgekramt und Zeitzeugen befragt haben. Durch ihre Arbeit wird der Restaurierungsbericht deutlich tiefgehender. Ein besonderer Dank gilt auch dem Orgelsachverständigen, Herrn KMD Klumpp für seine immerwährend sach- und fachkundige Begleitung. An dieser Stelle darf erwähnt sein, das die Orgel von Berghülen seine letzte Beratungsaufgabe war. -Ein besonderes Instrument zum Abschied, das ist doch ein toller Abschluss!




Woche 16



Am Montag wurde die Windlade des Pedalwerkes vollends abgedichtet und die Schleifen gangbar gemacht. Noch einmal müssen die Orgelbauer Geduld beweisen und penibel arbeiten. Später sind die Schleifen unter den dicken Pedalpfeifen nur noch mit viel Aufwand zu erreichen. Im Anschluss daran, geht es an die Intonation des Pedalwerkes mit seinen drei Registern Subbass 16', Oktavbass 8' und Rohrpommer 4'. Hier auf dem Bild sieht man Orgelbaumeister Gilbert Scharfe beim Formen der Kernspalte einer alten Pfeifen. Diese musste aufgrund etlicher Materialausbrüche aufgefüttert und anschließend wieder neu hergestellt werden.



Nachdem auch das Pedalwerk fertiggestellt wurde, ging es noch an den Feinschliff der Ton- und Registertrakturen. Alles wurde reguliert und auch die Koppeleinrichtungen mussten neu justiert werden.



Da sich abzeichnete, dass die Verweildauer der Orgelbauer in der Kirche nur noch kurz sein wird, schaut sich Gilbert Scharfe noch einmal genau im Restaurierungsbericht um. Fehlende Informationen müssen spätestens jetzt noch eingepflegt werden. Durch einen plötzlichen Gedanken stößt er kurz vor Ende der Arbeiten auf die Rückwand des alten Spieltisches. Die Bilder der beiden Herrschaften hier, zierten einst die Emporebrüstung im Bereich des Spieltisches. Heute hängen die Beiden unter der Nordempore im Kirchenschiff. Eine genauere Betrachtung zeigt ...



... die selben Profilierungen, wie sie am alten Hauptgehäuse zu finden sind. Hier das Innenprofil des Herrschaftsrahmens (rot gefasst) ...



... und hier das Profil am Untergehäuse der Orgel.



Schaut man sich die Machart des Rahmens (Bildrückseite) an, so stellt man in beiden Fällen die selbe handwerkliche Handschrift fest. Hier die Rahmenverbindung am Bild ...



... und hier der Rahmen vom Untergehäuse. Man beachte die Ähnlichkeit bei der Sicherung der Holzverbindung durch Holznägel, die Anrisse der Zapfenverbindung und die Innenprofilierung: Es bleibt kein Zweifel, mit dem Bild wurde auch die alte Spieltischrückwand erhalten.



Wie der Auszug aus Ägypten mag es einem vorkommen, als die Orgelbauer die Kirche verlassen. Kisten, Kästen und Köffer werden gepackt, das Materialregal abgebaut und alle Teile im großen Anhänger verstaut. Die Kirche ist nun frei für den Sonntag mit der ersten Konfirmation. Noch ist der Abschied nicht angesagt, denn die Orgel muss noch reingestimmt werden. Dies geschieht in der kommenden Woche. Am Freitag dann wird die Abnahme der Arbeiten, zusammen mit Vertretern der Gemeinde, dem Orgelsachverständigen, Herrn KMD Gerhard Klumpp aus Geislingen und den beiden Orgelbauern aus Bünzwangen sein.




Woche 15



Die Windstöcke der Pedalwindlade sind abgeschraubt. So glangt man an die wichtigen Stellen mit den Schleifen und deren Abdichtungen.



Eine Besonderheit ist die Anfassung zweier Register in der Mitte. Dies lässt die Restauratoren stutzig werden: Wieso kommt jemand auf die Idee, diese komplizierte Mechanik zu bauen? -Die Antwort liefern die Bauteile der Windlade und Fragmente des alten Hintergehäuses: Die Bauart der Windlade entspricht exakt der Machart der Firma Gruohl aus Bissingen/Teck. Dieser Orgelbauer hat also 1816 eine neue Winldade für das Pedalwerk gebaut. Weil das Gehäuse aber zu schmal für die sonst seitlich angebrachte Mechanik war, hat er die Registerschwerter kurzerhand durch die Windlade hindurchgeführt.



Die Seitenansicht der Pedalwindlade. Hier ist gut zu erkennen, wie das jüngste Register des Pedalwerkes, der Rohrpommer 4' angefügt wurde (Windstock rechts).



Die Intonation des Hauptwerkes ist inzwischen fertiggestellt. Für die kommende Woche ist die Intonation der Pedalregister geplant. So geht es langsam aber sicher dem Ende der Arbeiten in Berghülen entgegen.




Woche 12



Intonationsarbeiten an der Quintade 8' des Hauptwerkes stehen an. Das Register klang zunächst schwach und wenig charaktervoll. Der Blick auf die Kernspalten verrät die Problematik: Zugedrückte und verformte Spalten bei fast jeder Metallpfeife.Die ehemaligen Kernstiche waren zugerieben.



Nach der Rückführung ein anderes Bild: Die Kernstiche (die kleinen Kerbungen an der Kernspalte) wurden wieder geöffnet und die Spaltenweiten ausgeglichen. Nach der Justierung der richtigen Kernhöhe, klingt das Register auf einmal kräftig und quintig, wie es sein soll. Ging das Register vorher noch unter, sobald ein Anderes in 8'-Lage gezogen wurde, ergeben sich nun auf einmal neue Registerkombinationen!




Die Windkästen mit den Ventilen wurden gereinigt und die Ventilfedern eingestellt.



Der Hauptbalg knarrt bei jeder Bewegung. Nach der Öffnung des Balges ist klar, woher die Geräuschkulisse kommt: Das Balgventil und dessen Führung ist die Ursache. Also werden die Lagerungen nachgepasst und geschmiert.




An der Balgplatte ist zwar noch alles in Ordnung, die Balgfalte aus Leder und Gummistoff jedoch ist nicht richtig abgedichtet worden. Also greift Andreas Jung in seinen Kühlschrank und nimmt die Eierschachtel mit. Eiweiß ist nämlich das geeignete Mittel um Leder dicht zu bekommen, wie er weiß.



Hier der sanierte Balg vor dem Zusammenbau.




Die Wellenbretter wurden ...



... samt Führungen gereinigt und die Lagerungen saniert.




Woche 11



Vollgeladen bis unters Dach war der Anhänger, als die Orgelbauer wieder nach Berghülen gefahren sind. Nun gilt es die Teile auszuladen und in der Kirche zu sortieren. ...



... Gleich geht es an der Orgel weiter. Hier versucht Orgelbaumeister Gilbert Scharfe die alten Holzgewinde wieder nutzbar zu machen. Etliche abgebrochene Gewindestücke und verwurmte Gewinde sind die Herausforderung Nr. 1.



Am Ende jedoch sind alle Gewinde der Ära Gruhol wieder nutzbar, was den Orgelbauer besonders freut. So kommt wieder eine Einheit in die Windlade.



Ein Damm hat sich abgelöst. -Nicht ganz einfach, diesen wieder dicht aufzubringen.



Obwohl sich die Orgelbauer mit einer zusätzlichen Dichtung ein wenig "Toleranz" geschafft haben, müssen die Windstöcke, Schleifen und die Windladen peinlich genau zueinander angepasst werden. Auf dem Bild sieht man Andreas Jung, wie er gerade eine Schleifendichtung repariert.



Die Windlade in der Draufsicht. Gut zu erkennen: Die neuen Stockschrauben (hellere Köpfe) in den alten Gewindesitzen. 



Nachdem die Windlade mit der Probierpfeife getestet wurde und alles dicht war, konnte damit begonnen werden, die ersten Pfeifen wieder einzubauen. Zunächst kommt die Waldflöte 8' wieder in die Orgel und wird intoniert.



Dann die Prospektpfeifen und die inwändigen Fortsetzungen des Prinzipal 4'. Die äußeren Pfeifen wurden von Andreas Jung in akribischer Arbeit aufgefrischt.




Woche 10



In der Werkstatt dauern die Arbeiten viel länger, als gedacht. Ein Grund hierfür sind die undichten Windstöcke. Hier mussten ausnahmslos alle Bohrungen und Gräben (9 mal 56 Stk.) mit Warmleim ausgegossen werden. Anders wären die Zusammenstiche nicht in den Griff zu bekommen.



Die Rasterbretter sind dünn und lang. Daher sind sie, bedingt durch die Pfeifenbohrungen, sehr instabil. Etliche Risse mussten verleimt und mit kleinen Holzdübeln gesichert werden.



Ein fehlendes Rasterstöckchen wurde durch eine Kopie (links im Bild) wieder ergänzt.



Wurmschäden bei den Holzpfeifen, wo man nur hinschaut. Etliche Notreparaturen zeugen von den Problemen.



Oftmals erst nach der Öffnung einer Pfeife zeigt sich das Dilemma.



Ein Großteil der Holzpfeifen war so verwurmt, dass ...



... nur noch das Ausgießen mit Warmleim helfen kann. -Eine ziemliche Sauerei, wie man sich denken kann.



Die glänzende Oberfläche in der Pfeife zeigt den noch flüssigen Warmleim. Alles muss benetzt werden, damit der später glashart werdende Leim die Wandung wieder festigt.



Eine der bauzeitlichen Pfeifen bei der Verleimung. Auf dem Bild ist gut die Machart Schmahls zu erkennen: Die Kernbretter wurden durchgestemmt.



Immer wieder Überraschungen, wie dieser Unrat in einem Kernraum.



Eine abgeplatzte Kernkante wurde verleimt und mit Holzdübel gesichert. Auf diese Weise konnte Orgelbauer Andreas Jung den Substanzverlust am alten Material so gering wie möglich halten.



Risse, Fugen und abgelöste Bauteile an allen Ecken und Enden. ...




Woche 9



In der Werkstatt sind die letzten Metallpfeifen zu richten. Hier eine  Prospektpfeife von der Rückseite aus gesehen. Die Anhängung (Hafte) und auch die Stimmrolle sind arg verbogen.



Weil die Pfeifenbohrungen im Windstock in den 80er Jahren nicht ausgerieben wurden, sehen manche Pfeifenfüße nun so aus.



Nach einer aufwändigen Prozedur sind sie wieder wohlgeformt. Als vorbeugende Maßnahme werden natürlich gleich auch die Windstöcke ausgerieben und gebrannt.



Beim Rohrpommer 4' waren etliche Lötnähte der Zinkpfeifen gerissen. Manche wurden nur noch mit Kleber zusammengehalten. Diese Notreparatur verursacht nun auch noch zusätzliche Arbeit, denn vor dem Löten muss der Kleber entfernt werden. Anders ist eine haltbare Naht nicht hinzubekommen.



Und auch bei den Windstöcken liegt es im Argen. Hier sieht man den Riss zwar schon ...



... andernorts sind die Probleme wieder eher versteckt. Hier sieht man Wurmlöcher, die mehrere Zusammenstiche verursachen. Kurzum müssen alle Windstöcke mit Warmleim ausgegossen werden.



Viele Stockschrauben aus Holz sind gerissen, verwurmt oder zu kurz abgeschnitten. Ersatz muss her. Die Schwierigkeit bestand darin, Schrauben aus Holz zu machen, für deren Gewindeherstellung es keine handelsüblichen Werkzeuge zu kaufen gibt.



Abgesägter Spundgriff einer gedeckten Pfeife. Die Fehlstelle wurde ...



... fachkundig repariert.



An den Holzpfeifen gibt es etliche Schäden, wie die Risse hier ...



... und hier an der Mündung.



Gebrochene Spunde geben keinen guten Ton, weil die Pfeife dadurch undicht wird. Alles muss also geleimt und repariert werden.



Auch der Holzwurm schwächt an vielen Stellen das Material.


Mit Schriftstücken wurde schon einmal in früherer Zeit Abhilfe geschaffen. Heute sind diese Stellen wichtige (und manchmal recht witzige) Primärquellen.



Durch eine ausgeflickte Bohrung war der Fuß schon so geschwächt, dass er abgebrochen ist.



Woche 8



In der Kirche wurde die ausgeräumte Pedalwindlade gesäubert. Die Hauptwerkswindlade wurde auf Zusammenstiche hin überprüft. Dann kamen sämtliche noch in der Kirche verbliebenen Pfeifen in den Anhänger und wurden in die Werkstatt transportiert.



Hier wurden alle Schäden begutachtet und für den Restaurierungsbericht dokumentiert. Anschließend wurden die Pfeifen gereinigt und die Schäden behoben. Am Ende wird noch jedes Register vermessen und beschrieben. Auch diese Aufschriebe landen später im Restaurierungsbericht.



Viele Schäden gibt es an den Pfeifen. Manche wurden so stark gekulpt, dass deren Fuß im Kessel des Windstockes ...



... derart verformt wurden.



Hier der bereits restaurierte Pfeifenfuß.



Auslasslöcher im Pfeifenfuß sind die unlautere Methode, störende Heuler zu beseitigen. Natürlich muss solch ein Loch nun wieder zugelötet werden.



Mehrere Pfeifen waren so zusammengestaucht, wie dieses Exemplar hier.



Nach der fachkundigen "Behandlung" durch Andreas Jung, sieht sie wieder besser aus.



Woche 7



Inzwischen wurden alle Pfeifen im Rückpositiv saniert, neu intoniert und wieder eingebaut. Alles funktioniert jetzt prächtig. Also geht es nun an den alten Teil der Orgel. Hier werden zunächst die Metallpfeifen ausgebaut und in speziellen Kisten für den Transport zur Werkstatt gelagert.



Die ausgeräumte Windlade aus der Vogelperspektive.



An den Schleifenenden sind die Angriffe der Registertraktur zu sehen. Gut zu erkennen: Diese war einmal anders ausgeführt, weshalb ein paar Schleifen zusätzliche Angriffslöcher besitzen.



Woche 6



In der Werkstatt wird die Windlade mit Leim ausgegossen. Hierfür mussten wieder alle Ventile ausgebaut werden. Dann zeigte sich der Mangel: Eine Schraube von der Balgbefestigung hat die Ventilplatte von den Kanzellenenden abgesprengt. Mit viel Leim und zusätzlichen Schrauben, bekommen die Orgelbauer das Dilemma wieder in den Griff.



Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich einige Pfeifen zur Sanierung mit in die Werkstatt genommen. Hier sieht man die Prospektpfeifen des Rückpositives, den "Prinzipal 2'".



Nachdem die reparierte Windlade wieder eingebaut wurde. Musste alles pingelig kontrolliert werden. Hierbei tauchen abermals Fehler auf. Auf dem Foto erkennt man, dass die Schleife "überzieht". Dabei öffnet sie beim Ausschalten schon die nächsten Schleifenlöcher, was zu Verstimmungen und Blasgeräuschen führen würde. Aber auch diesen Mangel können die Bünzwanger beheben.



Woche 5



Nachdem der Spieltisch wieder zusammengebaut wurde, kümmern sich die Orgelbauer um die Windlade des Rückpositives. Dort werden zuersteinmal die Pfeifen entfernt und die Rasterbretter ausgebaut und gesäubert.



Die leergeräumten Windstöcke mit den Pfeifenbohrungen.



Nachdem auch die Windstöcke ausgebaut wurden, kommen die Schleifen zum Vorschein. Sie sind für die Registersteuerung zuständig. Etliche Krümel und Fremdkörper tauchen dort auf.



Hier sieht man die Tonventile. Diese sind "stehend" eingebaut. Alle Ventilbeläge und deren Sitze werden gesäubert.



Die Registermechanik braucht Verbesserungsmaßnahmen. Etliche Schubstangen reiben aneinander und lassen sich nur mit viel Kraftaufwand bewegen. Dies ist beim Orgelspiel hinderlich und muss daher verbessert werden.



Hier wurden die Schleifen wieder eingebaut und mit Talkum beschichtet. So können die Teile wieder gut aufeinander gleiten.



Doch beim Ausprobieren der Windlade dann der Schock: Die Windlade hat etliche Zusammenstiche. Hierbei tönen die Nachbarpfeifen des eingeschalteten Tones mit. Ein Mangel, der gar nicht sein darf. Also machen sich die Orgelbauer auf Fehlersuche. Hierbei kommt auf, dass die Windlade schon seit sie in der Orgel ist mangelhaft ist. Der Fehler wurde vom Hersteller geschickt verdeckt. Den schwarzen Peter haben nun die Orgelbauer aus dem Filstal. Nach etlichen Fehlversuchen, die Fehler im eingebauten Zustand zu reparieren, fasst Gilbert Scharfe die schwierige Entscheidung: Die Windlade muss ausgebaut werden und zur Reparatur in die Werkstatt! Wie man auf dem Foto sieht, muss dazu das Gehäuse des Rückpositives abgebaut werden.



Woche 4



Die Orgelbauer aus Bünzwangen sind angereist und haben sich auf der Empore einen Arbeitsplatz eingerichtet.
Gleich wird damit begonnen, den Spieltisch zu zerlegen.



Bei der Zerlegung werden sämtliche Teile auch gleich gereinigt.



Die Klaviaturen müssen zur Sanierung in die Werkstatt. Daher wurden sie ausgebaut.



Hier sieht man Andreas Jung bei der Kalibrierung der Tastenbeläge.



Im Orgelfuß ist der Winderezeuger platziert. Dort macht er ordentlich Radau, weil aufgrund der Platzenge keine Schalldämmmaßnahmen ergriffen wurden. Er soll später in einem Schalldämmkasten außerhalb der Orgel seinen Platz finden.



Alle Manubrien sind matt und abgegriffen. Also nimmt sich Orgelbaumeister Gilbert Scharfe ihrer an und schwärzt sie nach. Anschließend werden sie mit schwarzem Schelllack poliert.



Auch die Pedalklaviatur erfährt eine Frischekur. Die Garnierungen werden erneuert und die Tastenbeläge abgeschliffen. Abschließend werden alle Taste noch dreifach geölt.



Hier in der Werkstatt wurde der neue Motordämmkasten gefertigt. Er besteht aus vier Schichten. Im Kern wurde feiner Sand eingefüllt. Dieser und der Dämmschaum im Innern reduzieren das Betriebsgeräusch auf ein erträgliches Niveau.