Aktuelle Wocheninformation

Hier finden Sie den projektbezogenen Bericht zu unserer aktuellen Arbeit.
Hinweise zu nicht erklärten Fachausdrücken finden Sie in unserem Orgelbaulexikon.


Zum letzten mal geändert am
01.07.2018


Derzeit führen wir unsere Orgelwartungen durch. Die fortlaufende Geschichte der "Laufenden Projekte" geht etwa ab Anfang Oktober wieder weiter.




Um Sie über die Stimmarbeit der Orgelbauer ein wenig zu informieren, geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in unsere Stimmpraxis.

Zunächst werden wir einmal die Werkzeuge vorstellen: Im Bild sehen sie eine Reihe von Stimmzangen. Sie dienen dazu, die Stimmrollen der Pfeifen, ähnlich einer Konservendose, aufzurollen.




Stimmpinsel und Pfeifenputzer braucht der Orgelbauer, um bei mehrstimmigen Registern wie Mixturen, einen Teil der Pfeifen vorrübergehend stumm zu machen. Nun kann Ton für Ton des Registers einzeln gestimmt werden, bis hernach alle wieder im Chor erklingen. Manche Orgelbauer benutzen statt der Pinsel lieber Gänsefedern.



Hier nun die ältesten und wohl typischsten Orgelbauerwerkzeuge überhaupt. Die Stimmhörner bzw. Stimmkappen. Diese Drehteile aus Messing oder Aluminium werden gebraucht, um die Tonhöhe bei "von Länge geschnittenen Pfeifen" einzustellen. Mit dem Außenkonus wird die Pfeife aufgetrieben und damit höher gestimmt. Hingegen dient der Innenkonuns dazu, die Pfeife durch Einziehen an deren Mündung, tiefer zu stimmen.



Von links nach rechts: Der Stimmdraht, Stimmhornhammer, kleines und großes Stimmeisen, Stimmhammer. Zum Größenvergleich liegt ganz rechts der Meterstab. Die folgenden Bilder zeigen nun die Verwendung der Werkzeuge im einzelnen.



Kleine Nuancen an den Stimmrollen können mit dem Stimmhammer verändert werden. Er hat einen kleinen Hammerkopf, wie ein Fliesenlegerhammer. Den langen Stil braucht man, um auch an entlegenen Stellen, wie Prospektpfeifen, zu kommen.



Zugelötete, gedeckte oder halbgedeckte Pfeifen besitzen am Labium Stimmbärte aus Blei. Diese kann man mit dem geschlitzten Stimmdraht aufs Feinste einstellen.



Stöpsel an Holzpfeifen kann man entweder von Hand stimmen oder auch mit dem Stimmhammer oder einem Stimmeisen. Mit den Werkzeugen hat man speziell bei kleineren Pfeifen mehr Gefühl.



Dieses Bild zeigt das Stimmen mit der Stimmkappe. Sie wird vor allem bei weiteren Pfeifenmensuren gebraucht.



Das Stimmhorn hat zwei Seiten. Die eine dient zum Höherstimmen ...



... und die andere dazu, die Pfeife tiefer zu stimmen.



Hier sieht man, wie zwei Chöre einer dreifachen Mixtur abgesteckt sind. Nun kann der einzige noch offene Ton gestimmt werden. Nach und nach werden nun die anderen geöffnet und dazugestimmt. Dies erfolgt solange, bis alle Pfeifen wie Eine klingen.



Selbst an engen Stellen kann man noch mit dem Stimmeisen ´ran. Da es einen Haken angeformt hat, kann man es horizontal, wie vertikal benützen. Hier wird gerade eine Stimmrolle verändert. Oft braucht man das Stimmeisen aber auch, um die Zungenpfeifen an den Stimmkrücken durch leichtes Klopfen beizustimmen.