Begeben Sie sich einmal in die Nähe der Bünzwanger Orgel.

 
 

Mit dem nachfolgenden Fotoalbum wird Ihnen eine Reise ins Innere einer neuen Orgel ermöglicht. Es soll Ihnen Einblicke gewähren, die einem sonst durch das geschlossene Gehäuse verwehrt bleiben.

Die Bilder sind der Übersicht halber etwas größer gehalten als sonst auf unserer Seite. Deshalb kann es je nach Einstellung sein, daß Sie ein wenig scrollen müssen.

 
 

Disposition:

Hauptwerk:

Positivwerk:

Pedalwerk:

Koppeln:

Blumenzimbel (Klangspiel mit sich drehenden Blumen im Prospekt)

 
 
Prospekt

Das neue Instrument steht an der Nordwand im Chorraum, eingebaut in eine ehemalige Sakristei.

Prospekt

Feingliedriege Gehäusedetails nehmen Elemente der Raumarchitektur wieder auf, um sie zeitgemäß zu interpretieren. Das gesamte Gehäuse ist aus Kiefernholz in massiver Bauweise erstellt. Reizvolle Aufgabe hierbei: Der große Halbkreis. 2,34 Meter im Durchmesser, 130 mm tief und 60 mm stark!

Spieltisch

Liturgisch geschickt: Der Platz der Organisten.

Schleierwerk

Das Schleierwerk wurden dem gemalten Rankwerk der alten Emporebrüstung entlehnt. Das Blütenblatt aus Kirschbaumholz mit seinem vergoldeten Blütenstempel dreht sich und lässt dazu ...

Klangspiel

... ein Klangspiel erklingen. Eine Einrichtung, die als Delikatesse (selten verwendet) dem Instrument eine besondere Note verleiht. Angetrieben sind die beiden Blütenblätter und das Klangspiel alleine durch die Kraft des Orgelwindes.

Staffelei

Die Staffelei auf der linken Seite beinhaltet die Register von Hauptwerk und Pedalwerk.

Staffelei

Auf der rechten Seite findet sich das Positivwerk und die Sonderzüge. Klarheit entsteht allein schon durch die räumliche Trennung der Manubrien sowie andersfarbige Schriftzüge. Die Manubrien sind aus Eibenholz handgedrechselt und mit Schelllack poliert. Die Schildchen bestehen aus Porzellan und sind handbeschriftet.

Spieltisch

In hanwerklicher Manier ist der Spieltisch gefertigt. Das gelaugte Kirschbaumholz der Spieltischauskleidung stammt aus dem Ort. Alles wurde in Massivholzbauweise ausgeführt.

Koppeltritte

Die Koppeltritte werden über eine eigens ersonnene Mechanik beträtigt. Durch einen kleinen Stupser auf die Auslöserplatte können die Koppeln schnell und unauffällig abgeschaltet werden. Man kann auch ohne Probleme zwei Koppeln auf einmal an- und abschalten.

Klaviaturbacken

Die Zierteile sind aus Rinderknochen. Rohstoff hierfür lieferte die ortsansässigt Metzgerei Roller. Wie bei Orgelbau Scharfe üblich bleibt die Form der Klaviaturbacken stets die selbe, während der Zierrat sich dem jeweiligen Instrument anpasst.

Tontraktur

Von den Tasten kommend geht die Spielmechanik zur Windlade. Erste Station sind diese sogenannten Frösche hier. Werkzeuglos kann hier vom Organistenplatz aus nachreguliert werden. Somit können kleine Regulierarbeiten auch von versierten Organisten ausgeführt werden.

Tontraktur

Weiter läuft die Mechanik über das Wellenbrett. Es spreizt die enge Teilung der Klaviatur auf die weitere Teilung der Windladen. Alle Mechanikteile wurden in der eigenen Werkstatt hergestellt.

Tontraktur

Am Ziel: In der Windlade, an den Tonventilen, endet die Mechanik. Hier befindet sich quasi das Herz der Orgel. In zwei Dimensionen werden die Töne und die Pfeifenreihen eingeschaltet. Sozusagen ferngesteuert von den Organisten. In der Mitte ist ein geöffnetes Ventil zu erkennen. Darüber befindet sich ein kleiner Spalt, der die Tonkanzelle freigibt. In dieser Tonkanzelle befindet sich immer dann Wind, wenn der entsprechende Ton gedrückt wurde.

Registertraktur

Damit man die Klangfarben auswählen kann, ...

Registertraktur

... braucht man die Registermechanik, ...

Registertraktur

... die das jeweilige Manubrium mit der entsprechenden Schleife auf der Windlade verbindet.

Registertraktur

Dafür geht die Mechanik quer durch die ganze Orgel.

Pfeifenwerk Manual

Sauber geordnet steht das Pfeifenwerk auf der Windlade. Holz- und Metallpfeifen geben sich ein Stelldichein. Die gedeckten und halbgedeckten Metallpfeifen sind an der Mündung zugelötet. Diese Methode ist zwar aufwändig, besticht aber durch eine bessere Klanggebung durch mehr Dichtigkeit und Stabilität. Angehnehmer Nebeneffekt: Die Pfeifen verstimmen nicht so schnell.

Pfeifenwerk Positiv

Blick auf das Pfeifenwerk des Positives. Gut zu erkennen: Relativ hoher Anteil an Holzpfeifen.

Pfeifenwerk Pedal

Blick ins Pedalwerk.

Holzpfeifen

Mit Tusche sind die jeweils größten Pfeifen eines jeden Holzregisters sauber angeschrieben.

Keilbalg

Ein imposanter Keilfaltenbalg hängt im hinteren Teil der Orgel und stellt die Windversorgung sicher.

Windversorgung

Wie ein großer Wurm winden sich die Windkanäle durch die Orgel. Schließlich muss jede Windlade mit dem Keilbalg verbunden werden. Erzeugt wird der Wind von einem Ventilator, der in einem zweischaligen Dämmkasten sitzt. Damit von den Motorgeräuschen möglichst wenig zu hören ist, wurde der Kasten mit Sand gedämmt. Ein spezieller Kaltschaum eliminiert die hohen Störfrequenzen.

Kanaltremulant

Ein Kanaltremulant, die Bebung, bringt den Klang des Positivwerkes in Schwingung. Damit kann eine Melodiestimme herausgehoben werden. Im Prinzip befindet sich in diesem Kasten eine gewichtsbelastete Klappe, die durch Federkraft in periodischen Schwingungen auf- und zugeht. Damit wird immer wieder die Windzufuhr reduziert, was der Zuhörer als Bebung wahrnimmt.

Porzellanschild

Als erstes Werk nach der Betreibsübernahme des elterlichen Betriebes hat Gilbert Scharfe in Bünzwangen eine Heimatorgel entstehen lassen. In vielen kleinen Details werden Personen, Umstände und räumliche Gegebenheiten ins Instrument eingearbeitet. Möge das Werk noch vielen nachfolgenden Generationen die feinsinnigen Aspekte der Kirchenmusik aufzeigen oder näherbringen können.